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Ein Toter bei Angriff auf Roma-Lager in der Westukraine

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25.6.2018, Update: Gestern griffen vermummte Personen, die mit Baseballschlägern und Messern bewaffnet waren, erneut das Roma-Camp in Lvov an. Ein Mensch wurde getötet und mehrere Menschen – unter ihnen ein Kind – kamen mit Stichverletzungen ins Krankenhaus.

Weitere Gewalt gegen Roma in der Ukraine

Vor kurzem berichteten wir über die Verwüstung eines Roma-Camps in Kiev durch die Neonazis der Gruppe C14. Die Bewohner_innen wurden nun erneut Opfer eines gewalttätigen Angriffs durch eine rechtsextreme Bürgerwehr: Am 7. Juni wurde das Lager zerstört. Zuvor hatte die Gruppierung über Facebook ein Ultimatum gesetzt: Wenn die Roma nicht innerhalb von 24 Stunden das Camp verließen, würden sie mit Gewalt vertrieben. Jedoch griffen die Neonazis bereits wenige Stunden nach der Androhung an und belästigten zudem Frauen, die sich dort noch aufhielten. Sie zeigten den Angriff live auf Facebook. Es ist bereits der vierte Angriff innerhalb weniger Wochen in der Ukraine.

Am 22. Mai wurde in der Oblast Ternopil, im Westen der Ukraine ein Roma-Camp angezündet. Als das Camp angegriffen wurde, waren sieben Erwachsene und 30 Kinder anwesend. Es gelang ihnen, in den Wald zu fliehen. Laut Polizei wurden zwölf bewaffnete Personen verhaftet.

Ein weiterer Angriff fand am 10. Mai statt. In der Nähe von Lvov griffen 30 maskierte Personen Roma an. Die Angreifenden vertrieben die Bewohner_innen mit Gewalt aus ihren Hütten und setzten diese dann in Brand.

Kürzlich wurde auch ein Anwalt, der die Opfer eines Angriffs auf Roma in der Oblast Charkow vertritt, in seiner Kanzlei angegriffen. Der Mann ist am 24. Mai von mehreren Personen misshandelt worden. Außerdem drohten sie ihm, ihn zu töten, wenn er die Roma, die letztes Jahr bei dem Angriff zu Schaden kamen, weiterhin vertreten sollte.

Bei diesem Angriff am 16. Mai 2017 in Wilschany waren fünf Roma verwundet worden, einer von ihnen tödlich – der 49jährige Mann wurde erschossen. Zeug_innen zufolge war der Angriff rassistisch motiviert und wurde von lokalen Behörden organisiert. Ob er tatsächlich organisiert war oder die Situation spontan eskalierte, steht noch nicht fest. Jedoch waren die Vertreter der Roma-Gemeinde von einem Abgeordneten des Bezirksrats zu einem Gespräch eingeladen worden. Bei diesem kam es zu einem Streit, und die unbewaffneten Roma wurden mit Waffen angegriffen. Drei der Angreifer – unter ihnen der Abgeordnete – wurden zwar verhaftet, jedoch nur wegen Hooliganismus und Waffengebrauchs angeklagt. Wegen des Mordes wurde noch niemand verhaftet/ angeklagt. Lokale Behörden drohten nach dem Vorfall damit, die Roma aus Wilschany zu räumen.

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