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Nationalistischer Terrorist des Mordes an Roma-Mann angeklagt.

4987_pic1_n-768x461Nationalistischer Terrorist des Mordes an Roma-Mann angeklagt.

In der bulgarischen Stadt Schumen wurden am 12. Mai zwei Roma-Brüder von einem Mann mit einem Messer angegriffen. Die Brüder saßen auf einer Bank, als sich der Mann näherte und sie aufforderte, aufzuhören „Romanes oder Türkisch“ zu sprechen. Es begann ein Streit, während dessen der Angreifer auf den 28-jähringen Mitko Bojanow einstach. Der Angreifer soll dabei gesagt haben, er sei „aus Arabien gekommen, um Moscheen abzubrennen und Zigeuner zu töten“. Mitkos Bruder konnte sich mit einem Ziegel gegen den Mann zur Wehr setzen. Mitko erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Der Angreifer wurde noch an Ort und Stelle verhaften und sieht einer Anklage wegen vorsätzlichen Mordes entgegen. In den Medien wird er als psychisch krank dargestellt, und sein Anwalt plädiert auf Notwehr.

Online kursieren von ihm allerdings diverse rassistische Äußerungen, einschließlich Gewaltandrohungen gegen Roma. Er rief zur Reinigung heiliger Orte und einer „Rückkehr zu altem Wissen“ auf. Unter seinen Posts stehen Kommentare, die ihm zustimmen und ihn ermuntern, seinen Worten Taten folgen zu lassen. Bereits in den Tagen vor dem Angriff auf die beiden Brüder wurde er Berichten zufolge gesehen, wie er mit einem Messer durch die Straßen lief.

Dieser Angriff passierte nicht im luftleeren Raum: Mehrere Menschenrechtsorganisationen weisen auf die unerträgliche Situation in Bulgarien für Roma, andere Minderheiten und Migrant_innen hin.* Rechte Politiker_innen sitzen in Regierung und Europaparlament, ergehen sich in Hassreden, rassistische Mobs stürmen Wohngebiete, in denen Roma leben, und die Behörden versagen seit langem im Umgang mit rassistisch motivierter Gewalt. Laut Amnesty International fördere die mangelhafte Untersuchung und Verfolgung von Hassverbrechen zudem Angst, Diskriminierung und Gewalt.

Das European Roma Rights Centre ruft dazu auf, diese Straftat kategorisch als Hassverbrechen zu untersuchen und zu verfolgen und fordert den Generalstaatsanwalt, den Innenminister und die Regionalstaatsanwältin in Schumen dazu auf, dies durchzusetzen.

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