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Wir sind nicht wegen Taschengeld hier!

2015-07-20 07_46_37-Gesamter Posteingang - Windows Live Mail

Wir sind nicht wegen Taschengeld hier!

Wir sind hier, weil wir vertrieben, verfolgt und ausgegrenzt werden. Wir fliehen nicht in erster Linie aus wirtschaftlicher Not sondern wir sind gezwungen unsere Länder zu verlassen – wir fliehen vor Chauvinismus, Rassismus und Nationalismus. Wir fliehen vor Vergewaltigung und Totschlag. Wir suchen Schutz.
Oftmals ohne Beweise – das ist die logische Folge von Behördenwillkür und Polizeiallmacht der wir ausgesetzt sind.
Wir haben wenig Chancen auf Asyl, weil es ideologisch nicht gewollt ist. Und weil uns nicht zugehört oder nicht geglaubt wird.

Es ist nicht so, dass wir keine anderen Gründe hätten als Taschengeld! Außerdem, auf »Taschengeld« können wir gerne verzichten, wenn wir das Recht zu bleiben und die Erlaubnis zu arbeiten bekommen.

http://www.migazin.de/2015/07/03/bundesamt-fluechtlinge-bundesamts-chef-asylbewerbern/

Eng ums Herz: Bundesregierung berät über »Erstaufnahmelager« (Merkel) für die »von denen wir wollen, dass sie unser Land wieder verlassen« (De Maziere)

 

Bayern beschließt Abschiebelager für Balkan-Flüchtlinge
Bayerische Staatsregierung beschließt Maßnahmen zur Eindämmung des „Asylmissbrauchs“ / Flüchtlingsrat fordert: Keine Sonderlager für Balkan-Flüchtlinge
Die bayerische Staatsregierung hat bei einer Kabinettsklausur massive Einschnitte in dass Asylrecht beschlossen. Flüchtlinge aus Balkan-Staaten sollen in zwei grenznahen Sonderlagern untergebracht und dort innerhalb von wenigen Tagen abgefertigt werden. Die Anhörung im Asylverfahren soll spätestens drei Tage nach Ankunft stattfinden, die Ablehnung kurz darauf erfolgen. Die Verwaltungsgerichte sollen in den Sonderlagern Außenstellen eröffnen, um auch mögliche Klagen gegen Ablehnungsbescheide innerhalb weniger Tage ablehnen zu können. Die Betroffenen erwartet Arbeitsverbote, Sachleistungen und die völlige Isolation aufgrund der grenznahen Lage. Eine asylrechtliche Beratung ist so praktisch unmöglich und hindert Flüchtlinge daran, die rechtsstaatlich garantierten Rechtsmittel überhaupt nutzen zu können.

Diese Sonderlager wurden bereits Mitte Juni 2015 auf der bundesweiten Ministerpräsidentenkonferenz besprochen (wir berichteten). Bayern macht sich nun daran, diese Sonderlager schnellstmöglich in Betrieb zu nehmen, denn „die asylpolitischen Maßnahmen zur Verringerung des Asylzustroms [dürften] nicht auf die lange Bank geschoben werden“, erklärte Ministerpräsident Horst Seehofer.

Der Bayerische Flüchtlingsrat warnt eindringlich vor der Umsetzung dieser Pläne. Nach wie vor finden sich viele Roma unter den Balkan-Flüchtlingen, die dringende Schutzgründe haben können. Bei den für sicher erklärten Herkunftsländern Serbien, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien liegt der Anteil an Roma in den Monaten Januar bis März 2015 zwischen 57 % und 92 %, bei Albanien und dem Kosovo zwischen 6 % und 21 %. Roma sind die am meisten verfolgte Minderheit in ganz Europa. Außerdem: Minderheitsangehörige oder nicht – die Pläne der CSU diskriminieren Asylsuchende aufs Massivste und machen das Asylrecht zur Farce.

„Bayern will Balkan-Flüchtlinge in diesen Abschiebelagern unterbringen, um sie von der Gesellschaft fernzuhalten und zu isolieren. Ohne Zugang zu asylrechtlicher Beratung werden sie in Fließbandverfahren mit Ablehnungsvordrucken abgefertigt und außer Landes geschafft“, kritisiert Alexander Thal, Sprecher des Bayerischen Flüchtlingsrats. „Darüber hinaus hat Deutschland gegenüber Sinti und Roma eine besondere historische Verantwortung. Das scheint der bayerischen Staatsregierung egal zu sein. Sie will die Nachfahren der Opfer des nationalsozialistischen Völkermords mit entwürdigenden Lebensbedingungen in großen Abschiebelagern abschrecken und vertreiben. Seehofer tritt unsere historische Verantwortung mit Füßen!“

5 kommentare

  1. Silke Lehfeld

    Ich arbeite seit 10 Jahren für die RAA Berlin und kümmere mich um unsere Roma-Familien aber noch mehr um die Lehrerfortbildung. Die Vorurteile sind noch immer groß, aber wir bauen sie langsam ab. Inzwischen bekomme ich Anfragen aus ganz Deutschland…..Hey, wir müssen Lehrer, Erzieher und Sozialarbeiter dringend besser informieren, dann können wir etwas schaffen :-))

  2. Es wird immer schlimmer in unserem Land. Sonderlager gehören verboten, sie sind menschenverachtend.
    Ich schäme mich immer mehr, Deutsche zu sein, wenn ich diese Willkür der Politiker sehe. Zudem konnte man schon in deutschen TV-Dokus sehen, wie in einigen Ländern mit Roma umgegangen wird. Das sagte eigentlich schon alles aus. Zudem hat jeder ein Recht darauf, dass der Einzelfall geprüft wird. Nur so kann man auf eine halbwegs faire Entscheidung hoffen.
    Ich möchte aber auch darauf hinweisen, daß die gesamte politische Entwicklung gefährlich ist. Wenn wir das alles erlauben (Sonderlager), Dan findet sich immer mehr, was getan werden kann. Wer weiß, wer als nächstes mit einer Sonderbehandlung dran ist. Und nach EU-Recht dürfen in Deutschland Menschen getötet werden, wenn sie „unbequem“ werden. Da kann schon eine Demo ausreichen.
    Und das bei einer Regierung, die sich nicht schämt, die Nazis der Ukraine mit zu finanzieren.
    Das ist ein Alptraum

  3. Ich denke wenn die roma ein eigenes Land hätten dann wären sie da geblieben.

  4. Vielen ist einfach nicht klar, aus welchen Gründen diese Menschen ihre Heimat verlassen. Sicherlich gibt es auch einige, die darauf bedacht sind, hier Geld zu bekommen, aber in erster Linie fühlen sich diese Menschen in Gefahr.

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